Cover Aktionsplan_UN-BRK_2015
Acht Millionen Euro f√ľr 120 Inklusionsprojekte in BaW√ľ

Rund 500 Menschen mit und ohne Behinderungen folgten der Einladung zum Landesinklusionstag 2015 am 26.10.15 nach Stuttgart. Erstmals nach der Verabschiedung des 250 Seiten umfassenden Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Landesregierung wurde dort detailliert √ľber die rund 230 Ma√ünahmenvorschl√§ge des Aktionsplans informiert und √ľber weitere Umsetzungsschritte beraten.

Sozialministerin Altpeter: ‚ÄěWir haben seit dem Beginn des Beratungsprozesses zum Aktionsplan acht Millionen Euro f√ľr 120 Inklusionsprojekte eingesetzt.“

Förderung von Projekten und inklusiven Angeboten

Gef√∂rdert w√ľrden Projekte der Selbsthilfe, der Sozialverb√§nde und Behindertenhilfe, aber auch Kulturinitiativen und Sportvereine, in denen gemeinsame Aktivit√§ten von Menschen mit und ohne Behinderungen stattfinden.

Ein weiterer wichtiger F√∂rderschwerpunkt ziele auf die inklusiven Angebote in den Gemeinden und Landkreisen. Gef√∂rdert w√ľrden etwa die Inklusions-Beratungsstellen des St√§dtetags und des Gemeindetags und die Inklusionskonferenzen in f√ľnf Kreisen. Mit ihrer Hilfe sollen die √∂rtlichen Unterst√ľtzungs- und Teilhabeangebote f√ľr Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen koordiniert und vernetzt werden.

Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention
im Land

Die UN-Behindertenrechtskonvention UN-BRK spiegelt sich bereits im neuen Landes-Behindertengleichstellungsgesetz mit seinem neuen Behinderungsbegriff und der Einf√ľhrung von kommunalen Behindertenbeauftragten, der √Ąnderung des Schulgesetzes zur Inklusion mit der Abschaffung der Sonderschulpflicht und Schaffung von inklusiven Schulangeboten an allgemein bildenden Schulen.  Auch die Novelle der Landesbauordnung enth√§lt neuen Regelungen zur Barrierefreiheit.

Gemeindenahes Wohnen und reguläre Arbeit als zentrale Aufgaben

Echte Teilhabe fange beim selbstbestimmten Wohnen und einem Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt an, so Ministerin Altpeter. Deshalb sei die Dezentralisierung der rund 22 gro√üen Behinderteneinrichtungen im Land eine der wichtigsten Aufgaben f√ľr die Zukunft. Auch f√ľr station√§r versorgte Menschen m√ľssten Wohnangebote nahe ihrer Familie ‚Äěmitten unter uns“ geschaffen werden. Die Landesregierung habe sich dabei das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 von den derzeit 7.500 in so genannten Komplexeinrichtungen lebenden Menschen 20 Prozent in gemeindenahen Wohnungen unterzubringen.

Altpeter stellte aber klar: ‚ÄěWir unterst√ľtzen die Schaffung von Wohnangeboten im Sinne des Wunsch- und Wahlrechts, wie es die UN-Behindertenrechtskonvention fordert. Es soll jedoch niemand gezwungen werden, umzuziehen, wenn er sich in seiner bisherigen Umgebung heimisch f√ľhlt.“

Gemeinsam mit Kultusminister Andreas Stoch sowie Vertretern weiterer Ministerien wurden auf dem Landesinklusionstag in Stuttgart neben den Themenschwerpunkten Wohnen und Arbeit auch die Bereiche  Bildung, Barrierefreiheit, Gewaltpr√§vention und barrierefreie Justiz sowie gesellschaftliche und politische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen vorgestellt und diskutiert.

Zwei Präsentationen zu LAG-Themen

Zu den besonderen Herausforderungen bei der Eingliederung von Menschen mit psychischen Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und die “Aktion 1000 - Perspektive 2020” referierte Berthold Deusch vom KVJS interessante statistische Daten: PDF

√úber die Dezentralisierung von Komplexeinrichtungen und die “Regionalen Entwicklungskonferenzen Dezentralisierung“ (RED) sprach Ministerialr√§tin Petra Clauss vom Behindertenreferat des Sozialministeriums: PDF

  

Katrin Altpeter
Sozialministerin BaW√ľ: Katrin Altpeter (SPD)
Behindertendefinition des L-BGG:

Menschen sind behindert, wenn ihre k√∂rperliche Funktion, geistige F√§higkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit l√§nger als sechs Monate von dem f√ľr das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeintr√§chtigt ist.
Die Bundes-Behindertenbeauftragte:
Verena Bentele
Bundes-Behindertenbeauftragte Verena Bentele
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Landesinklusionstag 2015

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